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Die Zwerghamster

(Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster, Art: Dsungarischer Zwerghamster, Campbell-Zwerghamster, Roborowski-Zwerghamster)

Zwerghamster - die quirligen Gesellen mit den Knopfaugen Es existieren weitere Zwerghamster-Arten, wir gehen hier jedoch nur auf die Arten ein, die in der Heimtierhaltung am häufigsten vorkommen.

ALLGEMEINES

Fast alle Zwerghamsterarten sind strikte Einzelgänger. Werden sie geschlechtsreif, verteidigen sie ihr Revier und bekämpfen ihre Artgenossen, sogar bis zum Tod. Nur zur Paarung finden sich Hamster für kurze Zeit zusammen, denn das Weibchen vertreibt das Männchen gleich nach der Befruchtung wieder. Also denken Sie daran: Hamster brauchen keine sozialen Kontakte mit Artgenossen, sie fühlen sich alleine sehr wohl.

Einzige Ausnahme: Campbell-Zwerghamster, gezüchtet in sozialen Linien von seriösen Züchtern. Derzeit gibt es in Deutschland nur eine Handvoll seriöser Züchter, die sich auf die Zucht von gruppentauglichen Campbell-Zwerghamstern spezialisiert haben. Diese Linien müssen in Gruppen gehalten werden, dies ist jedoch nur für sehr erfahrene Hamsterhalter zu empfehlen.

Bei ausnahmslos allen „Dsungarischen“ Zwerghamstern und allen „Campbell“-Zwerghamstern, die man im Zoohandel erwerben kann handelt es sich um sogenannte „Hybriden“, also um eine Mischung aus Dsungare und Campbell. Diese Hybriden müssen zwingend alleine gehalten werden.

Zwerghamster sind nachtaktiv, was bedeutet, dass sie meist erst in den späten Abendstunden aufstehen und am frühen Morgen wieder schlafen gehen. Hat ein Hamster diesen Rhythmus gefunden, ist dies ein gutes Zeichen, dass er sich in seinem Zuhause wohl fühlt. Ist ein Hamster tagsüber viel wach oder wird sogar „zum Spielen“ geweckt, bedeutet dies enormen Stress für das Tier. Ein „Umerziehen“ auf Tagaktivität ist unnatürlich und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Lebenserwartung beträchtlich verkürzen. Zwerghamster sieht man durchaus auch mal tagsüber durchs Gehege huschen, man sollte sich dann jedoch nicht weiter mit ihnen beschäftigen, da sie meist nur kurz aufstehen, um etwas Futter zusammen zu suchen und sich danach gleich wieder ins Nest verziehen möchten.

Zwerghamster werden durchschnittlich 2- 3 Jahre alt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Sie sind je nach Art ca. 7-10 cm lang.

Dsungarischer Zwerghamster
Das ursprüngliche Zuhause dieser Zwerghamster ist Kasachstan und Südwest-Sibirien, sie wohnen in relativ kargen Steppengebieten. In erster Linie ernähren sie sich von Gräsern, Kräutern und Insekten. Sie legen, ähnlich wie Goldhamster, große unterirdische Baue an, die Vorratskammern liegen aber meist viele Meter vom Bau entfernt.

Ihre natürliche Fellfarbe ist eher grau, mit einem dunklem Rückenstrich und weißem Bauch. Im Winter wechseln sie ihr Fell und werden weiß. Dies ist ein Indiz dafür, dass sie keinen Winterschlaf halten und auch im Winter aktiv sind und auf Futtersuche gehen müssen. Allerdings können sie im Winter ihre Körpertemperatur absenken, um weniger Energie zu verbrauchen, sie zehren dann auch eher von Fettreserven und nehmen an Gewicht ab (bis zu 15 g). In den Steppengebieten Asiens ist diese Hamsterart im Winter auch Eis und Schnee ausgesetzt und ändert dort zur besseren Tarnung seine Fellfarbe von graubraun über weiß gefleckt bis fast ganz weiß (der Aalstrich bleibt erhalten). Neben den wildfarbenden Dsungaren (agouti) existieren mittlerweile auch unterschiedliche Zuchtformen: Saphir (blaugrau) und Pearl (weiß). Manche wild- und saphirfarbende Dsungaren können auch in der Heimtierhaltung ein weißes Winterfell bekommen. Allerdings ist die Umfärbung selten komplett, häufiger wird das Fell nur etwas oder teilweise (z.B. ausschließlich an der Augenpartie) heller.

Der Dsungare gehört zu den Kurzschwanzhamstern. Sehr wahrscheinlich vermehren sich diese Tiere nur während der Sommermonate, im Winter gibt es wohl keinen Nachwuchs und es werden mehr Einzelgänger beobachtet. Die Tiere leben in freier Wildbahn teilweise allein, mitunter auch als Paar.

Die Dsungarischen Zwerghamster in freier Wildbahn haben wohl kaum Scheu vor Menschen. Die meisten Dsungaren sind sehr neugierig und oft von Anfang an zahm. Sie kommen meist schnell von sich aus auf die Hand und lassen sich hoch nehmen.

Campbell Zwerghamster
Diese Zwerghamsterart stammt ursprünglich aus der Mongolei, Mandschurei und auch Nordchina, auch im südlichen Zentralsibirien wurden sie schon gefunden. Sie leben ebenfalls in recht kargen Steppen. Sie ernähren sich recht karg von Gräsern, Pflanzen und Insekten, sie legen aber im Gegensatz zu den Dsungaren keine großen Baue an und haben auch keine so ausgebildete Vorratshaltung.

Campbell Zwerghamster haben einen etwas runderen Körperbau, ihre natürliche Fellfarbe ist eher grau/braun, der Bauch ist weißlich und sie haben auch einen dunklen Rückenstreifen, sie sind leicht an ihrem "Milchbärtchen" (helle Flecken um das Maul, das Fell ist dort auch etwas länger) zu erkennen und von Dsungaren zu unterscheiden. Es existieren mittlerweile durch gezielte Kreuzungen neben der natürlichen graubraunen Fellfärbung unzählige weitere Farbschläge.

Wildlebend hält der Campbell-Zwerghamster auch er keinen Winterschlaf, er färbt sich jedoch nicht um wie der Dsungare.

Roborowski Zwerghamster
„Robos“ sind die flinkste und quirligste Zwerghamsterart, die in der Haustierhaltung gehalten wird. Meist werden Robos nicht zahm und bleiben oft ihr Leben lang eher schreckhaft. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist der Osten Kasachstan und der Norden Chinas, sie leben in Wüsten und Halbwüsten, dort ernähren sie sich recht karg von Gräsern und Kräutern.

Sie haben ein sandfarbenes Fell, helle Flecken über den Augen und der Bauch ist weiß, sie haben keinen Rückenstreifen. Sie haben einen kurzen, breiten Kopf mit großen, runden Augen. Das leicht behaarte Schwänzchen, das nicht oder kaum zu erkennen ist, ist im Durchschnitt einen halben bis einen cm lang. Die aufrecht stehenden Ohren sind verhältnismäßig groß. Ihre Fußsohlen sind behaart und sie haben helle Streifen über den Augen.

Ihre natürliche Lebensweise ist kaum erforscht, vermutlich leben sie in freier Wildbahn als Paar zusammen und ziehen ihre Jungen gemeinsam auf. In der Heimtierhaltung wurden eine in den letzten Jahren immer wieder Gruppenhaltungen getestet, mittlerweile gibt es in Deutschland keine einzige soziale Linie mehr, so dass von der Gruppenhaltung unbedingt abzuraten ist.

Von allen Zwergen sind sie die schlechtesten Kletterer, dafür laufen sie sehr emsig umher. Aufgrund der Tatsache, dass sie extrem quirlig sind und in den meisten Fällen nicht zahm werden, ist bei Robos vom Auslauf abzuraten. Entsprechend benötigen sie ein Gehege über Mindestmaß, welches zu mindestens einem Drittel mit Sand befüllt sein soll.

Anatomie
Augen: Hamster sind weitsichtig und sehen daher sehr unscharf.
Ohren: Das Gehör ist sehr gut bei Hamstern, sie können sogar Geräusche aus dem Ultraschallbereich wahrnehmen.
Nase: Sie haben einen sehr guten Geruchssinn. Durch das Markieren ihres Reviers orientieren sie sich an ihren Duftstoffen.
Tasthaare: Mit ihnen kann der Hamster seine Umgebung auch bei völliger Dunkelheit ertasten.
Backentaschen: Die Backentaschen sind eine Erweiterung der Maulhöhle des Hamsters. Er kann sehr viel Futter in ihnen verstauen, da die Haut dort sehr dehnbar ist.
Seitendrüsen: Diese befinden sich beidseitig oberhalb der Flanken. Die Drüsen sind schwarz pigmentiert und sehen ein wenig warzenartig aus. Mit ihnen markieren Hamster ihr Revier. Zähne: Vorne hat der Hamster oben und unten jeweils zwei Nagezähne. Diese wachsen ständig nach und haben keine Wurzel. Die Vorderseite weist immer einen gelblichen Zahnbelag auf. Außerdem besitzt der Hamster noch sechs Backenzähne, die nicht nachwachsen und mit ihren Wurzeln fest verankert sind.

ANSCHAFFUNG

Folgende Fragen sollte man sich vor der Anschaffung ehrlich beantworten:

• Zwerghamster haben eine Lebensdauer von etwa 2-3 Jahren – wollen und können Sie sich so lange um das Tier kümmern?
• Haben Sie mit allen Familienmitglieder über die Anschaffung eines Hamsters gesprochen? Sind alle damit einverstanden?
• Haben Sie oder ein Familienmitglied möglicherweise Allergien?
• Kennen Sie jemanden, der sich während Ihres Urlaubes um das Tier kümmert?
• Der Hamster muss täglich frisches Futter und Wasser haben, die Klo-Ecken müssen täglich gereinigt werden, die meisten Hamster benötigen täglichen Auslauf. Können Sie das gewährleisten?
• Sind weitere Haustiere vorhanden, die dem Hamster gefährlich werden könnten?
• Tagsüber braucht der Hamster Ruhe. Haben Sie einen geeigneten Platz?
• Hamster sind als „Spielzeug“ für kleine Kinder völlig ungeeignet. Sie besitzen einen sehr zerbrechlichen Körperbau und könnte von Kindern leicht verletzt werden, da sie meist ihre Kraft nicht richtig einschätzen können. Mittelhamster sind zudem nur nachtaktiv und zu dieser Zeit schlafen die Kinder. Wird das Tier am Tage geweckt, ist es nicht selten, dass der Hamster aus Stress auch mal zubeißt. Außerdem wird durch Ruhestörungen die Lebenszeit des Hamsters verkürzt.

Woher bekomme ich einen Hamster?
Die Kleintiergruppe Oldenburg sowie das Tierheim Oldenburg nehmen regelmäßig Zwerghamster zur Vermittlung auf, sprechen Sie uns gerne an! Sollten wir nicht das passende Tier für Sie haben, nennen wir Ihnen gerne weitere Anlaufstellen, beispielsweise von Hamsterhilfen in der Nähe.

Kaufen Sie bitte keine Tiere aus Zoofachgeschäften. Die Beratung ist dort meist schlecht und nicht ausführlich genug. Die Tiere sind oft krank, werden meist viel zu früh von dem Muttertier getrennt und Weibchen werden nicht selten bereits trächtig abgegeben. Bitte unterstützen Sie das nicht. Weitere Informationen, weshalb man von Zooladenkäufen absehen sollte, erhalten Sie hier: http://www.gegen.zooladenkaeufe.de

Eingewöhnung
Das Gehege sollte bereits vollständig eingerichtet sein, bevor Sie den Hamster zu sich holen. Setzen Sie ihn vorsichtig und langsam in sein neues Zuhause. Dann lassen Sie ihn etwa eine Woche in Ruhe, damit er sein Gehege erkunden und sich gut orientieren kann. In dieser Zeit wechseln Sie täglich ausschließlich das Wasser und füttern Ihren neuen Mitbewohner. Dann können Sie langsam anfangen, leise und ruhig mit dem Hamster zu sprechen, wenn er aufgestanden ist. Sie können versuchen, ein paar Leckereien, wie zum Beispiel Sonnenblumenkerne, aus der Hand zu geben. Fühlt er sich von Ihnen bedrängt oder rennt vor Ihrer Hand weg, dann braucht er wohl noch ein bisschen Zeit.

Beachten Sie, dass das Tier die Geschwindigkeit des Kennenlernens vorgibt und nicht Sie. Zwingen Sie es zu nichts, es ist nur mehr gestresst und wird sich dann nur noch sehr schwer zähmen lassen.

Manche Hamster werden niemals handzahm und bleiben reine Beobachtungstiere. Für den Halter ist dies oft enttäuschend, trotzdem sollte man auch diese Tiere niemals gewaltsam einfangen und herumtragen, man tut damit dem Tier und auch sich selbst keinen Gefallen.

GEHEGE

Hamster sind sehr lauffreudige Tiere, die in der Natur jede Nacht mehrere Kilometer auf der Futtersuche zurücklegen. Handelsübliche Käfige bieten nicht genug Platz, damit der Hamster am Stück rennen kann und damit all die notwendigen Einrichtungsgegenstände (werden später noch aufgezählt) untergebracht werden können.

Die Mindestgröße für ein Zwerghamstergehege beträgt 0,5 m² auf einer Ebene, also z.B. 100 x 50 x 50 cm (Länge x Breite x Höhe). Etagen sind sinnvoll, erweitern jedoch nicht die Grundfläche. Wenn Sie genügend Platz haben, freut sich Ihr Hamster natürlich über ein noch größeres Gehege, der Fantasie sind besonders bei Eigenbauten keine Grenzen gesetzt.

Sie können leicht ein Aquarium oder Terrarium zum Hamstergehege umfunktionieren, wichtig ist hierbei nur die ausreichende Belüftung.

Aquarium: Damit ein Aquarium ausreichend belüftet ist, darf die Höhe die Breite nicht weit überschreiten, da ansonsten die Luftzirkulation nicht gegeben ist. Damit der Hamster aus dem Aquarium nicht herausklettern kann, muss es zwingend einen Deckel besitzen, hier empfehlen sich einfache Holzrahmenkonstruktionen mit Draht. Die Original-Aquarienabdeckungen sind ungeeignet, da die Luftzufuhr nicht gegeben ist.

Terrarium: Bei einem Terrarium ist rundherum auf ausreichende Belüftung zu achten, da ein kleiner Lüftungsschlitz an der Vorderseite nicht ausreicht. Außerdem ist auf eine hohe Streukante von mindestens 20 cm zu achten, die sich ggf. aber auch nachträglich einbauen lässt.

Eigenbauten aus Holz: Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Lassen Sie sich von den Bildern in unserer Galerie inspirieren! ?

Verzichten Sie bei der Einrichtung auf Plastik (bis ggf. auf das Laufrad, siehe unten). Plastik kann angenagt werden und kann so zu Verletzungen führen. Auch können in Röhren oder Häusern aus Plastik Bakterien und Pilze entstehen, da die Feuchtigkeit nicht entweichen kann. Verzichten Sie auch auf Gitterelemente, dort können die Hamster mit ihren kleinen Beinchen schnell hängenbleiben und sich schlimme Verletzungen zufügen.

GEHEGE-EINRICHTUNG

Laufrad
Hamster laufen bei der Futtersuche jede Nacht mehrere Kilometer. In der Heimtierhaltung dient ein Laufrad also der Bewegung, der Beschäftigung sowie dem Stressabbau und ist damit eines der wichtigsten Einrichtungsgegenstände im Hamsterheim.

Das perfekte Laufrad hat:

• Einen Durchmesser ab 25 cm, für sehr große Tiere empfiehlt sich ein Durchmesser ab 28 cm. Durch kleinere Laufräder entsteht eine Verkrümmung der Wirbelsäule, die dem Hamster große Schmerzen bereitet.
• Eine vollkommen geschlossene Seite.
• Eine komplett geschlossene Lauffläche (keine Streben oder Sprossen).
• Das Laufrad darf aus Holz (ggf. mit Korkeinlage) oder Plastik bestehen.

Wodent Wheel - Laufräder erfüllen alle o.g. Voraussetzungen. Sie bestehen aus vergleichsweise „ungefährlichem“ Plastik (sollten sie angenagt werden, splittert es nicht). Sie sind für den Hamster sehr leicht zu bewegen, können jederzeit gestoppt werden und sind (vor allem bei Laufradpinklern) sehr leicht zu reinigen. Sie sind auseinanderbaubar und entsprechend leicht zu warten.

Holzlaufräder erfüllen ebenso alle o.g. Voraussetzungen. Es empfiehlt sich, sie vor dem ersten Gebrauch ein- bis zweimal mit 2in1-Klarlack einzustreichen (speichelecht gemäß DIN EN 71.3, sog. „Sabberlack“, die Dosen sind gekennzeichnet mit einem Spielzeug-Symbol), damit Urin nicht in das Holz einziehen kann.

Holzräder laufen sehr leise und es gibt sie mit oder ohne Korkeinlage (Kork lässt sich bei Bedarf auch nachträglich selber einkleben). Bei Gebrauch eines Holzrades ist darauf zu achten, dass ein Rad ohne eingeklebte Holzsprossen verwendet wird. Die Sprossen sollen angeblich dazu dienen, dass der Hamster einen besseren Halt beim Laufen hat, diesen benötigt der Hamster jedoch nicht. Ganz im Gegenteil behindern die Sprossen das Tier beim Laufen, da sie keinen passenden Abstand für die Hamsterfüßchen aufweisen und viele Halter berichteten bereits von verletzten und blutenden Füßchen ihrer Tiere. Sollten Sie solch ein Holzlaufrad bereits besitzen, können Sie die Sprossen mit einer Zange entfernen und die Lauffläche mit Kork bekleben.

Zu empfehlen sind die Holzlaufräder von Rodipet, Getzoo und Futterparadies.

Metalllaufräder haben mehrfache Verletzungsquellen, z.B. offene Sprossen und Aufhängungen sowie einen Schereneffekt und sind somit absolut ungeeignet.

Laufteller können zusätzlich zu artgerechten Laufrädern angeboten werden, beispielsweise im Auslauf. Ein Laufrad ersetzen sollten Sie nicht, da die Tiere auf dem Teller eine leicht schiefe Körperhaltung beim Laufen haben.

Sandbad
Das Sandbad dient der Fell- und Krallenpflege und trägt sehr viel zum allgemeinen Wohlbefinden eines Hamsters bei, so dass dieses unverzichtbar ist. Zur guten Fellpflege eignen sich Chinchillasand und ggf. feiner Quarzsand mit abgerundeten Sandkörnern. Für manche Zwerghamster ist der Quarzsand nicht geeignet. Sieht das Fell ungepflegt oder fettig aus, tauschen Sie den Quarzsand unbedingt gegen Chinchillasand aus. Nicht geeignet hingegen sind Bausand, Sandkastensand und Vogelsand, da diese Sandarten zu grob und scharfkantig sind, so dass sich die Hamster Hautverletzungen zuziehen können.

Geeigneten Sand können Sie beispielsweise bei Rodipet.de, Futterkonzept.de, Futterparadies.de oder bei ebay.de (Chinchilla-Quarzsand) bestellen oder auch im Fachhandel vor Ort erwerben.

Achtung: Der übliche Chinchillasand enthält Sepiolith und/oder Attapulgus, feinste Splitter hiervon können eingeatmet werden und können beim Menschen Lungenkrebs verursachen. Wenn Sie Sepiolith- und/oder Attapulgus-Sand verwenden, achten Sie beim Einfüllen des Sandes bitte darauf, dass Sie ihn nicht einatmen und arbeiten Sie am besten mit einem Mundschutz. Kinder sollten vorsichtshalber mit diesem Sand nicht in Berührung kommen. Für den Hamster stellt die Lungengängigkeit des Sandes kein Problem dar, da die Lebenserwartung der Tiere nicht lang genug ist, um einen entsprechenden Krebs zu entwickeln.

Möchten Sie einen sepiolith- und/oder attapulgusfreien Sand nutzen, weichen Sie auf Chinchilla-Quarzsand aus (bestellbar z.B. bei ebay.de unter Suchbegriff „Chinchillasand, sehr fein“).

Nistmaterial
Geeignet zum Nestbau sind z.B. unparfümiertes und unbedrucktes Toilettenpapier, die Wolle aus der Kapok-Schote sowie Heu. Absolut ungeeignet für Ihren Liebling ist jede Art von Watte wie z.B. Kosmetikwatte und Hamsterwatte. Diese kann Fäden ziehen, in der sich der Hamster mit seinen dünnen Beinen verfangen kann. Außerdem kann Watte feucht werden und dadurch Pilzen und Bakterien einen Nährboden bieten. Auch sollten keine Stoffreste verwendet werden, da auch diese Fäden ziehen können und oft chemisch behandelt sind.

Häuschen
In freier Wildbahn legen Hamster unterirdische Bauten mit mehreren Schlaf-, Toiletten- und Vorratskammern an. Zu diesem Zweck sollte ihnen in der Heimtierhaltung immer mindestens ein Häuschen mit mindestens zwei Kammern zur Verfügung gestellt werden. Plastikhäuser sind ungeeignet, da durch Feuchtigkeit und mangelnder Belüftung Pilze und Bakterien entstehen können.

Der Eingang eines Mehrkammerhäuschens aus Holz sollte einen Durchmesser von mindestens 5 cm haben, so dass der Hamster auch mit prall gefüllten Backentaschen hindurch passt ohne sich zu verletzen.

Häuser aus Nadelholz sind eher ungeeignet, da sie harzen können, was für den Hamster giftig ist, außerdem sind die handelsüblichen Nadelholzhäuser meist mit Metallklammern verarbeitet, was dem Hamster beim Annagen sehr gefährlich werden kann.

Geeignete Holzhäuser können Sie z.B. bei Rodipet.de, Getzoo.de oder Knastladen.de bestellen.

Einstreu
Als Einstreu für das Gehege eignet sich normale Kleintiereinstreu, die geruchsneutral (ohne zugesetzte Düfte) und möglichst staubarm sein sollte.

Für Allergiker (Mensch oder Tier) empfiehlt sich Hanfstreu oder Leinenstreu.

Damit Ihr Hamster schöne lange, tiefe und stabile Gänge anlegen kann, sollte das Gehege mindestens 20 cm hoch eingestreut werden, manche Hamster fangen auch erst bei einer noch höheren Einstreutiefe zu buddeln an. Zwischen die Streu empfiehlt es sich, mehrere Lagen Heu zur besseren Stabilität der Gänge einzubringen. Das Sandbad sowie das Laufrad können dabei auf Etagen gestellt werden, damit sie nicht unterbuddelt und dem Hamster somit gefährlich werden können. Das Häuschen darf ruhig tief in der Streu versacken.

Weitere Einrichtungsgegenstände
Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt, solange die Gegenstände aus ungefährlichem Material wie beispielsweise Holz, Kork oder Keramik bestehen und die Ein- und Ausgänge einen Mindestdurchmesser von 5 cm haben. So werden z.B. gerne Korkröhren oder Keramikverstecke genutzt, außerdem sind die meisten Hamster begeistert von Buddelkisten mit unterschiedlichen Füllungen wie z.B. Baumwolleinstreu, Maisgranulat, Kokoshumus (aus der Terraristikabteilung) usw.

Käfigreinigung
Eine Komplettreinigung des Geheges ist nur bei Krankheit (z.B. bei Parasiten) oder nach dem Tod des Hamsters notwendig.

Normalerweise genügt es, regelmäßig die Hamster-Toilette bzw. die Pipi-Ecken zu leeren und mit frischem Streu wieder aufzufüllen. Bei sehr starker Verschmutzung kann auch ggf. eine Teilreinigung erfolgen (bei einem ausreichend großen Gehege sollte das aber eigentlich nicht notwendig sein). Wichtig ist, dass niemals das komplette Gehege gesäubert wird, da Hamster sich an ihren Duftmarkierungen orientieren und in enormen Stress verfallen und sich nicht mehr zurechtfinden, wenn die komplette Streu erneuert wird.

Auslauf
Bauen Sie Ihrem Hamster einen festen oder zusammenklappbaren Auslauf. Einen Hamster frei in der Wohnung laufen zu lassen ist meist zu gefährlich für das kleine Tier. Den Auslauf können Sie individuell gestalten, so dass es für den Hamster ein toller Spielplatz wird. Am einfachsten ist es, sich Holzplatten zurechtschneiden zu lassen, die beispielsweise mit Kabelbindern verbunden werden können.

Um Stürze zu vermeiden, setzen Sie Ihren Hamster per „Hamstertaxi“ (z.B. in einem Plastikgefäß o.ä.) in den Auslauf und setzen ihn auch genauso wieder zurück. Die Hamster lernen schnell, was es bedeutet, wenn das „Taxi“ angeboten wird und steigen oft freiwillig ein. Für Roborowski-Zwerghamster ist der Auslauf zu stressig, da sie meist nicht zahm werden. Bieten Sie Ihrem Robo stattdessen ein sehr großes Gehege (möglichst ab 150x50 cm) mit einer abwechslungsreichen Einrichtung.

ERNÄHRUNG Trockenfutter


Zwerghamster neigen bei falscher Fütterung (zuckerhaltiges und zu fetthaltiges Körnerfutter) schnell zur Verfettung und es droht die Gefahr von Diabetes. Ein gesundes Trockenfutter für Zwerghamster besteht daher aus der richtigen Mischung von Grassamen, mehl- und ölhaltigen Samen, Kräutern, Blüten sowie Insekten. Man kann Trockenfutter theoretisch selber mischen, da die richtige und somit artgerechte Zusammensetzung der Einzelkomponenten jedoch eine Wissenschaft für sich ist, sollte dies absoluten Experten überlassen werden.

Im Internet gibt es mittlerweile viele gute Anbieter von fertig gemischtem Futter, so dass uns die artgerechte Ernährung leicht gemacht wird. ?

Entsprechendes Futter gibt es zu bestellen bei Mixerama.de, Nagers-Futterstube.de, Die-Nager-Kueche.com, Kellis-Tiershop.de sowie Futterparadies.de. Hier ist auch bereits wichtiges tierisches Eiweiß in Form von z.B. Mehlwürmern, Gammarus, Seidenraupenpuppen oder Grillen bereits zugemischt, alternativ können Sie es noch hinzufügen lassen oder es separat bestellen.

Kaufen Sie kein Futter im Handel. Den dort erhältlichen Futtersorten ist oft Zucker, Honig oder Melasse beigemischt, die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist nicht ausgewogen und nicht zuletzt zahlen Sie auch noch einen hohen Preis für nicht geeignetes Futter.

Lassen Sie Ihren Hamster Trockenfutter bunkern. Hamster legen Vorratskammern an, die auch nicht geleert oder gesäubert werden sollten, solange das Tier den Vorratsbunker nicht zusätzlich noch als Toilette nutzt.

Frischfutter
Hamster decken einen Großteil Ihres Flüssigkeitsbedarfes über Frischfutter ab. Natürlich muss ihnen trotzdem immer (!) frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Jegliches Frischfutter muss langsam angefüttert werden um zu testen, ob der Hamster es gut verträgt. Beginnen Sie beispielsweise mit einem kleinen Stückchen Gurke. Verträgt Ihr Tier diese gut, können Sie nach ein paar Tagen ein kleines Stückchen Fenchel dazu anbieten usw. Gut verträgliche Gemüsesorten für Zwerghamster sind z.B. Gurke, Zucchini, Fenchel, Sellerie, Paprika (gelb und grün), Brokkoli, Blumenkohl, Eisbergsalat, Endivie, Chicorée. Da viele rote Gemüsesorten (Möhre, rote Paprika,…) einen hohen Zuckeranteil aufweisen gilt als Faustregel: Keine roten Gemüsesorten füttern.

Obst sollte aufgrund des Fruchtzuckers überhaupt nicht auf dem Speiseplan des Zwerghamsters stehen.

Gerne frisst Ihr Hamster auch Kräuter und Blüten aus dem Garten wie z.B. Löwenzahl, Spitzwegerich, Breitwegerich und Gänseblümchen. Waschen Sie alles, genauso wie Obst und Gemüse, vor dem Verfüttern gut ab und trocknen es vorsichtig ab.

Frischfutter sollte täglich gereicht werden, nicht gefressene Reste müssen am nächsten Tag entsorgt werden (Futterbunker kontrollieren!), damit sich kein Schimmel bilden kann.

GESUNDHEITSCHECK

Ist Ihr Hamster aktiv, verhält sich normal und sammelt sein Futter ein?

Kontrollieren Sie die Ohren und Augen. Achten Sie auf Verdickungen in der Bauchgegend, Druckempfindlichkeit und prüfen Sie, ob das Fell kahle Stellen aufweist. Wenn möglich, wiegen Sie das Tier regelmäßig und notieren sich das Gewicht.

Augen
Sind die Augen trüb, verklebt oder gar verschlossen, könnte eine Verletzung oder Entzündung der Augen vorliegen.

Nase
Eine verklebte oder feuchte Nase könnte auf eine Atemwegserkrankung hindeuten.

Ohren
Sind die Ohren schuppig oder schorfig, könnte es sich um einen Parasiten- oder Pilzbefall handeln.

After
Ist der After verschmutzt kann es sein, dass das Tier mit Darmproblemen zu kämpfen hat.

Kahle/schorfige Stellen Kahle oder schorfige Stellen im Fell und vermehrtes Kratzen können auf einen Pilz oder einen Milbenbefall hindeuten.

Gewichtsverlust
Kleinere Gewichtsschwankungen sind normal. Sollte aber ein starker Gewichtsverlust stattfinden, weist dies auf eine Krankheit hin und Sie sollten einen Tierarzt aufsuchen.

Veränderungen am Körper
Wie zum Beispiel Verdickungen, Tumore etc. sollten unverzüglich von einem Tierarzt untersucht werden.

Immer gilt: Bemerken Sie eine Veränderung an Ihrem Hamster, frisst er nicht mehr oder geht es ihm augenscheinlich schlecht, stellen Sie Ihr Tier schnellstmöglich einem fachkundigen Tierarzt vor!