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Chinchilla – das niedliche Tierchen aus Südamerika Herkunft Chinchilla stammen ursprünglich aus den Anden in Südamerika. In Peru, Bolivien und Argentinien finden wir ihre natürlichen Lebensräume. Der Lebensraum erstreckt sich bis in 5000 Meter Höhe und sie leben dort in vorhandenen Höhlen, Felsspalten und ähnlichen Unterschlüpfen. Chinchilla sind nachtaktive Nagetiere und sind am nächsten verwandt mit Meerschweinchen, Degus, dem Stachelschwein und dem südafrikanischen Wasserschwein. In den Anden sind die Tiere starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Die Temperaturen schwanken zwischen -20 Grad in der Nacht und +35 Grad Celsius am Tage. Sie vertragen die starke Hitze sehr schlecht und bekommen schnell einen Hitzschlag, denn Chinchilla können nicht schwitzen, da sie keine Schweißdrüsen besitzen. Daher bekommen die nachtaktiven Tiere nichts von der großen Hitze und den starken Niederschlägen um die Mittagszeit nicht viel mit. Gegen die Kälte dagegen schützt das Fell der Tiere hervorragend. Der natürliche Lebensraum der Chins ist eher karg, vegetationsarm und felsig. Bemerkenswert ist vor allem die teilweise große Trockenheit mit denen die Tiere fertig werden müssen. Normalerweise regnet es dort 1-2 Mal im Jahr, es gibt aber Berichte, die besagen, dass es dort auch mal 2 Jahre nicht geregnet hat. Sozialverhalten Chinchilla sind Rudeltiere. In der freien Wildbahn leben sie meist in Verbänden mit einem Böckchen und mehreren Weibchen. In der Heimtierhaltung sollten die Tiere ebenfalls mindestens zu zweit gehalten werden. Gleichgeschlechtliche Tiere verstehen sich meist sehr gut solange kein gegengeschlechtliches Tier in der Nähe ist. Die Tiere sollten bei der Vergesellschaftung etwa gleich alt sein oder bestenfalls zusammen aufgewachsen sein. Die Pärchenhaltung ist natürlich nur zu empfehlen, wenn das Böckchen kastriert worden ist. Leider ist die Kastration der Chinchillas relativ risikoreich. Die Tiere scheinen die Narkose nicht besonders gut zu vertragen und es kommt vor, dass sie in den darauffolgenden Wochen scheinbar grundlos versterben. Außerdem ist es nicht selten, dass die Weibchen kastrierte Böckchen nicht akzeptieren. Da Chinchillakastrationen nicht unkompliziert sind, kommt es auch vor, dass die Kastration nicht vollständig gelingt und das Böckchen anschließend das Weibchen doch gedeckt hat. Chinchillas können 2-3 Mal pro Jahr Nachwuchs erwarten. Meist bringen Sie zwischen 1-4 Babys zur Welt. Diese Anzahl erscheint im ersten Augenblick vielleicht nicht viel, aber bedenken Sie die lange Lebensdauer der Chinchillas von 15 bis 22 Jahren und das auch der Nachwuchs meist schnell vom Vater gedeckt werden kann. Das artet schnell in eine unüberschaubare Größe aus. Die Tragzeit der Weibchen beträgt 111 Tage und direkt nach der Geburt strömt sie einen für den Bock unwiderstehlichen Duft aus, der ihn sofort zum Nachdecken anregt. Anschaffung Möchten Sie sich Chinchillas anschaffen beachten Sie unbedingt folgende Punkte: Fragen Sie unbedingt in Tierheimen oder Notstationen nach den passenden Tieren. Dort kann man Ihnen vielleicht mit genau den passenden Tieren weiterhelfen. Oft finden Sie dort auch Babys oder Rassetiere, die dringend ein schönes Zuhause suchen. Achten Sie darauf, dass die Tiere ein großes Gehege, ausreichend frisches Heu und Trinkwasser zur Verfügung haben. Schauen Sie sich die Tiere genau an, ob sie gesund und munter wirken. Vom Kauf von Chinchillas in Zoohandlungen raten wir dringend ab. Meist werden die Tiere dort falsch gehalten und sind oft krank. Durch den ständigen Kundenverkehr und die vorhanden Geräuschkulisse sind die Tiere meist total verschreckt und gestresst. Erst Zuhause zeigen sie dann ihre Krankheitsanzeichen oder wenn es ganz schlimm ist, zeigt das Tier stereotypische Verhaltensweisen. Nehmen Sie nur Tiere mit, die gesund wirken. Achten Sie auf das Fell, die Ausscheidungen und darauf, ob es munter ist. Einen Chinchilla-TÜV finden Sie hier http://www.diebrain.de/ch-tuv.html#so Haben Sie sich ansonsten Gedanken über folgende Punkte gemacht?? Setzen Sie die Tiere erstmal in sein neues Reich und lassen es in Ruhe. Am nächsten Tag beginnen Sie leise mit den Tieren zu sprechen, damit es sich an Ihre Stimme gewöhnt. Vermeiden Sie laute Geräusche und ruckartige Bewegungen. Chinchillas sind sehr schreckhaft. Greifen sie nicht unvermittelt von oben nach den Chins. Setzen sie sich vor die Gehegetür und locken Sie sie zu sich heran. Haben Sie Geduld, wenn es nicht gleich am nächsten Tag klappt. Chinchillas sind sehr eigensinnig und lassen sich nicht dressieren. Freuen Sie sich, wenn die Tiere zu Ihnen kommen und Ihnen Futter aus der Hand nehmen. Das ein einzelnes Chin zahmer wird als ein mehrere ist ein Irrglaube. Die Chins brauchen ihren Partner für das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Ebenfalls lassen sich Chinchillas nicht gerne hochnehmen und herumtragen. Sie sollten dies so selten wie möglich tun, z.B. für den anstehenden TÜV oder den Gang zum Tierarzt. Halten Sie das Tier immer so fest, dass es Ihnen nicht aus der Hand springen kann. Am besten fassen Sie das Tier hinten an die Schwanzwurzel und mit der anderen Hand unter den Bauch. Chinchilla haben sehr weiche Knochen, die leicht brechen können. Gehen Sie trotzdem konsequent und bestimmt vor. Zögerlichkeit überträgt sich auf das Tier und es wird Ihnen entwischen. Greifen oder Halten Sie Ihr Chinchilla niemals am Schwanzende. Nicht nur das Haar, sondern das gesamte empfindliche Schwanzende kann abreißen! Die Villa der Chinchillas Chinchilla sind sehr bewegungsfreudige Tiere. Sie springen, hüpfen, laufen und klettern sehr viel. Die handelsüblichen Käfige bieten den Tieren nicht genügend Bewegungsraum und Abwechslung. Artgerechter Weise sollte den Tieren ein Gehege von ca. 5qm Grundfläche und einer Höhe von ca. 1,50m zur Verfügung stehen. Das wäre ideal. Natürlich kann nicht jeder Halter eine solche Voliere in seiner Wohnung unterbringen. Aber grundsätzlich gilt natürlich je größer desto besser für die Tiere. Absolutes Mindestmaß für eine Voliere beträgt 1,80 x 60 x 1,50 Meter. Täglicher Auslauf ist hier in jedem Fall zu gewährleisten. Das Ideal wäre ein Chinchillaeigenes Zimmer, welches man den Bedürfnissen nach Klettern, verstecken und springen anpassen kann. Chinchilla-Volieren sollten immer höher als 1 Meter sein, da die Tiere gerne auf Erhöhten Ebenen sitzen und alles im Blick haben. Der Gitterabstand sollte maximal 1,5 cm betragen, da die Tiere wahre Ausbruchskünstler sind. Tolle Einrichtungsideen für Ihre Volieren finden Sie hier www.diebrain.de/einrichtung Der richtige Standort für die Chinchillas ist ein ruhiger und nicht allzu heller Platz. Mindestens eine Seite des Geheges sollte geschlossen sein. Da Chins sehr schreckhaft sind sollten keine lauten Geräusche wie Türen knallen oder laute Musik in der Nähe sein. Kühle Plätze mit einer Raumtemperatur von 17 – 21 Grad Celsius sollten vorhanden sein. Im Fachhandel werden viele Einstreuarten angeboten, die für Chinchillas geeignet sind, z. B. Hanfsteu, Leineinsteu (aus Flachs/Euro Lin), Maisstreu oder auch die normale Holzeinstreu (die allerdings sehr stark staubt). Mindestens einmal pro Woche muss das Gehege gründlich gereinigt werden. Die Pinkelecken öfter. Verwenden Sie keine Katzenstreu. Die Klumpstreu wird evtl. gefressen und kann im Magen der Tiere verklumpen und zum Tode führen. Der Staub von Klumpstreu kann eingeatmet werden und verklumpt mit der Lungenflüssigkeit, was zu Lungenproblemen führen kann. Das normale Katzenstreu kann bei Verzehr giftig sein, weil auch die Ökostreusorten chemisch behandelt sind. Verwenden Sie auch keine Pelleteinstreu! Sie ist zu hart um darauf zu laufen. Von der harten und groben Pelleteinstreu können die Tiere Schmerzen bekommen. Die Einstreu wird unter Umständen auch gefressen, und kann dann im Magen aufquellen und zur tödlichen Verstopfung führen. Unentbehrlich für die Fellpflege und zum Wohlfühlen ist für Chinchillas das Sandbaden, eine große Sandbadewanne sollte immer zur Verfügung stehen. Verwenden Sie ausschließlich Chinchillabadesand. Vogelsand ist zu grobkörnig und schädigt das empfindliche Fell, im Vogelsand sind außerdem oft für Chinchillas schädliche Zusätze (wie z.B. Aniskörner) enthalten. Es sollte ein hochwertiger Attapulgus- oder auch Sepiolith-Sand sein. Der Sand sollte in einer großzügigen Sandbadewanne angeboten werden. Diese kann aus Keramik oder auch Metall sein und sollte mindestens 20 x 20 cm groß sein. Wenn Sie die Sandbadewanne den ganzen Tag im Käfig stehen haben, sollten Sie den Sand jeden Tag aussieben. Hierbei bleiben dann auch die Urinklumpen und der Kot, sowie Heu und Einstreu im Sieb zurück. Ernährung Chinchillas kommen aus einem Gebiet, indem sie sich nur von trockenen Gräsern Kräutern, Zweigen, Blättern und Kakteen ernähren können. An Früchte oder Wurzeln kommen sie nur selten, ihre Pfoten eigenen sich nicht zum Ausgraben von Wurzeln. In den Höhen, in denen Chinchillas wohnen, gibt es keine Obstbäume und nur wenige Früchte tragende Sträucher. Das Wasser beziehen sie in erster Linie aus Kakteen, die dort wachsen und hier leider nicht zu beziehen sind. Ihr ganzer Organismus ist auf diese karge Ernährung eingestellt! Das Futter sollte wenig Fett und Protein enthalten. Stattdessen muss es Kohlenhydrate, Mineralien, Vitamine und vor allem Rohfaser bieten. Im Verhältnis zu anderen Nagern aber brauchen sie wenig Vitamine, wenig Mineralien, aber dafür sehr viel mehr Rohfaser. Darauf sollte die Ernährung auch aufbauen! Heu ist das Hauptnahrungsmittel der Chinchillas. Achten Sie darauf, dass das Heu vom ersten Schnitt kommt, denn dies ist wesentlich rohfaserreicher, gröber und damit nährstoffreicher. Der hohe Rohfaseranteil hält den Darm in Schwung und nutzt dem Zahnabrieb. Täglich sollten getrocknete Kräuter, Blätter und auch Blüten auf dem Chinchillaspeiseplan stehen. Zu Beginn werden täglich wechselnd einzelne Kräuter, Blätter oder Blüten zur Gewöhnung gegeben, danach können die Trockenkräuter, -blätter und -blüten als Mischung mit möglichst vielen verschiedenen Sorten zur freien Aufnahme angeboten werden. Welche Kräuter, Blätter und Blüten verfüttert werden können, ist hier nachzulesen: www.diebrain.de/kräuter. Haben Sie die Möglichkeit frische, unbelastete (durch Hundekot oder Abgase) Kräuter, Blüten und Blätter zu sammeln, können Sie den Speiseplan gerne erweitern. Auch hier gilt langsames Anfüttern ist unbedingt zu beachten. Frisches Obst, Gemüse und Grünfutter sollte nach Expertenmeinung nicht auf den Speiseplan von Chinchillas gesetzt werden, da die Chinchillas davon Durchfall bekommen können. Ein gutes, hartes Einpelletfutter ist leider meist immer noch Bestandteil des Chinchillaspeiseplans. Viele Pflanzen die Chinchillas in ihrer Heimat natürlicherweise aufnehmen wachsen natürlich in Deutschland nicht. Von daher ist es hierzulande nicht einfach möglich, genug natürliche Pflanzenbestandteile zu kaufen und zu einem natürlichen Futter zu mischen. Bisher gibt es leider kaum Forscher und Experten, die bereit sind, ein gesundes und pelletfreies Futterkonzept für Chinchillas zu erstellen. Pellets sind im Grunde eine Notlösung, welche den Chinchillas benötigte Nährstoffe zuführen, leider enthalten sie aber auch Melasse, Zucker, Getreide und zermahlene Rohfaser - sie sind also keine optimale Ernährung für Tiere, die grobe Rohfaser und kaum Stärke und Zucker mit ihrer Nahrung aufnehmen sollen. Damit Chinchillas ihre Zähne gut abnutzen können, stellen Sie ihnen gut durchgetrocknete Zweige zur Verfügung. Die Zweige sollten ungespritzt und gut abgeschrubbt werden und die Blätter entfernt. Chins, die Frischfutter gewohnt sind, dürfen auch hin und wieder frische Zweige mit Blättern genießen. Dinge wie Drops, Nagestangen, getrocknetes Brot und Salz- und Kalksteine gehören nicht zu einer artgerechten Ernährung von Chinchillas. Nüsse, Kerne und Getreide können von den Tieren schlecht verdaut werden und sollten ebenfalls nicht verfüttert werden. |
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